Ein kleiner, nicht immer ganz ernst gemeinter Rueckblick auf unsere ersten Tage hier in den Staaten:
Essen:
Man kann sich an alles gewoehnen…. Und das muss man auch. Nicht unbedingt an das Essen. Wir haben schliesslich bisher fast immer hier in der Kantine gegessen, und da ist das Essen wie ueberall mal gut und mal weniger gut. Aber an die Manieren schon. Denn wo sonst tut man sich die Pommes oder die Suppe in den Pappbecher, der fuer die Getraenke gedacht ist. Oder wo taucht man eine Waffel, belegt mit Kirschsirup, mit der ganzen Gabel in den Kaffee? Und das um 8 Uhr morgens beim Fruehstueck. Hier ja…
Aber dafuer brauch man sich nie Gedanken machen, ob man sich gerade gut benimmt.
Kleidung:
Eins kann man sich hier merken. Man kann anziehen was man will, es gibt in jeder Gruppe mindestens einen der schlechter angezogen ist. Zum Beispiel im Fords Theater an Weihnachten, wo Leute (Erwachsene wie auch Jugendliche) im Frack oder Ballkleid gekommen sind, aber andere auch im Trainingsanzug (wahrscheinlich kamen die aus Muenster…). Auch darf man sich nicht wundern, wenn einem Leute in kurzer Hose und T-Shirt entgegenkommen, bei 6 Grad Celsius beim Spaziergang.
Kleidung kaufen ist dafuer aber billig, auch wenn wir dies bisher nur bei Jeans und Schuhen ausgenutzt haben. Aber was gibt es auch typischeres?
Mentalitaet:
Take it easy. Alles wird hier eher lustig gesehen. Ein kleiner Schwatz mit seinem Kollegen ist da auch mal wichtiger, als das Telefon abzunehmen wenn es klingelt. Gefaellt mir gar nicht schlecht…. Und da kann auch einmal eine Putzfrau ueber den Flur laufen und “Check out, Check out everybody” rufen, wenn sie die Zimmer schnell sauber machen will und die Leute aus den Zimmern holen will. Aber dafuer trifft man auch ueberall auf eine wahnsinnige Freundlichkeit, mit der auch jeder Fremde begruesst wird. Die hier im Untergrund taetige griechische Mafia mal ausgenommen…
Arbeitslosigkeit:
Auch wenn man seine Augen vor der Armut hier nicht verschliessen kann (an jedem Platz mit mindestens zwei Baenken sammeln sich die Obdachlosen), eigentlich duerfte es keine Arbeitslosen geben. Denn von den schon bekannten Leuten, die im Supermarkt die Tueten packen, ueber Leute die organisieren in welche Schlange man sich irgendwo anstellt, bis hin zu unzaehligen Security Leuten (jeder natuerlich in einer “Special Police” Uniform) an jedem Gebaeude, ueberall helfen einem irgendwelche Angestellten weiter. Man muss sich ueberlegen, dass alleine am Eingang vom Old Post Office (hier mit Food Court und Aussichtsplattform) an jedem Eingang mindestens 4 Security Leute stehen, und dass bei etwa 5 Eingaengen und teilweise gerade mal 20 Besuchern gleichzeitig… Und das fuer ein altes Postamt.
Alkohol:
Darf in der Oeffentlichkeit ja bekannterweise nicht getrunken werden, aber die Oeffentlichkeit ist klein. Ueberall wo essen verkauft wird, und sei es zum Beispiel im Bahnhof, darf auch Alkohol ausgeschenkt werden, solange er auch dort an den Tischen getrunken wird. Das gleiche gilt natuerlich fuer alle Restaurants, Cafes, etc. Likoerlaeden gibt es daher auch einige, und zur Not bekommt man immer die nette braune Papiertuete dabei.
Mittwoch, 3. Januar 2007
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