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Montag, 21. Januar 2008

Was ist denn hier los....

.... das habe ich mich schon am Freitag gefragt, als ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin. Denn ein paar Grueppchen sahen aus, als kaemen sie gerade aus der "Blue Oyster Bar".... wer Police Academy kennt weiss was ich meine. Na ja, ist ja soweit nichts ungewoehnliches, denn der "Gay" Anteil ist hier in Washington recht hoch. Aber auch am Samstag hatte sich das Bild nicht geaendert.... sowohl am Nachmittag, als ich mich zum Spiel der Georgetown Hoyas gegen die Notre Dame Fighting Irish aufgemacht habe, als auch am Abend wo ich auf dem Weg zum Spiel der Capitals gegen Florida war, wimmelten alle Strassen von diesen kleinen Grueppchen....

Und auch Christine, die aus ihrem Buero den besten Blick auf die Strasse hat, war sich nicht ganz sicher, was sie von diesen Lederbekleidungen halten soll.... zumal einige auch Ledermasken trugen. Der "Hoehepunkt" war aber die Nacht von Samstag auf Sonntag.... ich bin gegen 2 Uhr aufgewacht, hatte Durst, bin zum Kuehlschrank und habe mal kurz einen Blick aus dem Fenster ins benachbarte Washington Plaza Hotel geworfen, wo gerade ein Mann in seinem Leder-Rock auf dem Bett huepfte und ein anderer mit Ledermaske aus dem Bad kam..... da habe ich dann mal ganz schnell den Vorhang zugemacht, denn ich wollte wirklich nicht wissen was dann passiert ist..... Fuer alle, die mehr wissen wollen, hier mal der Link zu dieser Veranstaltung www.leatherweekend.com

Am Sonntag habe ich dann, bis auf einen kurzen Einkaufsbummel in den Whole Food (wo mir jemand im kompletten Taucheranzug entgegenkam), das Haus nicht verlassen, was bei den Temperaturen auch besser war. Umgerechnet -3 bis -5 Grad waren die Angaben als Hoechstwerte fuer den Tag, so dass ich es mir mit Decke auf dem Sofa bequem gemacht habe und die beiden NFL Playoffs um den Einzug in den Super Bowl geschaut habe.... mein Gott, was das dort kalt. Im zweiten Spiel in Green Bay war die Temperatur mit -1 Degree angegeben, durch den Wind gefuehlte -24 Degrees..... was umgerechnet einer Temperatur von -18, gefuehlt -31 Grad entspricht..... aus diesem Grund hat die Mannschaft aus Green Bay sich entsprechend vorbereitet und unter der Woche nur mit gefrorenen Baellen trainiert.... schlauerweise in der Halle.... genutzt hat es nicht, sie haben in der Verlaengerung mit 23:20 verloren und somit spielen in zwei Wochen New England und New York um den Super Bowl..... in mit Sicherheit waermeren Gefilden.

Mittwoch, 12. September 2007

Die letzten Tage im Schnelldurchlauf.....

So, nachdem wir nun in aller Ausfuehrlichkeit ueber Orlando berichtet haben, gehen wir die letzte Woche hier in Washington mal im Schnelldurchlauf an....

Die Tage von Mittwoch bis Freitag standen erst einmal im Zeichen der schnellen Genesung..... wie erwaehnt kamen wir ja nicht ganz gesund aus Florida zurueck. Bei mir klappte es ein wenig schneller, wohl aber auch davon angetrieben das ich auf der Arbeit sehr viel zu tun hatte und so abgelenkt wurde. Christine hatte es ja deutlich schlimmer erwischt und sie musste sich drei Tage krank melden. Das einzigst positive an den Tagen..... zum ersten Mal konnten wir ein Spiel des BVB in voller Laenge sehen, den Sieg in Rostock hatten wir uns aufgenommen und dann Mittwoch angeschaut.
AmWochenende mussten wir beide arbeiten, ich hatte zwei Veranstaltungen zu betreuen und eine dritte Gruppe, die nur Zimmer gebucht hatten. So war ich auch den ganzen Tag ueber da. Fuer den Abend hatten wir uns eigentlich das EM Quali Spiel Italien gegen Frankreich aufgenommen..... leider hatte der Videorekorder das nicht so ganz verstanden. Also schauten wir statt dessen zwei Spiele des ersten Spieltages der neuen College Football Saison. Eins der Spiele vor 110.000 und eins vor 92.000 Zuschauern. Man merkt schon, das ist hier hoch angesehen. Richtigen Fussball gab es erst am Sonntag Abend wieder, als wir uns das Spiel des HSV gegen Bayern in der Wiederholung angeschaut haben. Und was man dabei so alles lernen kann..... oder wusstet ihr, dass der Grossvater von Jerome Boateng der Cousin von Helmut Rahn war?

Auch von Montag bis heute waren wir beide arbeiten, hier mal ein paar kleine Geschichten dieser Tage. Dienstag war ich mal wieder ein wenig erstaunt, was die Amis so denken. Eine von meinen Kolleginnen hat gefragt, ob wir alle noch wuessten wo wir vor 6 Jahren waren.... also am 11. September 2001. "Alle ausser Thomas, oder weisst Du das auch noch?" Wieso ich nicht wissen sollte, wo ich war als die Anschlaege in New York waren, war meine Frage..... Na ja, sie wuessten schliesslich nicht ob das auch gross in den Weltnachrichten war und wir das "da drueben" ueberhaupt mitbekommen haben...... Ich sag mal nichts dazu.
Christine hatte heute eine Tour mit einem "Prospect".... das ist kein Katalog, sondern jemand der sich die Appartments anschauen will um vielleicht eins zu mieten. Das Thema kam dann auf die Waschmaschine mit Trockner zu sprechen. Er fand es naemlich so toll, dass man diese in seinem eigenen Appartment so nutzen kann. Er kommt aus New York, und da ist es in den meisten Mietwohnungen so, dass man trotzdem Muenzen einwerfen muss. Christine hat ihm dann gesagt, dass sie das auch ganz toll findet, denn wir hatten vorher keinen Trockner..... da hat er sie mit riesigen Augen angeschaut und gefragt, wie sie denn dann die Sachen trocken bekommen hat..... wir haben sie aufgehangen zum trocknen..... a-u-f-g-e-h-a-n-g-e-n??? Das geht? Jaja, Sachen gibt's....

Gestern Abend haben wir mal was neues gegessen.... Maus. Wer es nicht glaubt, dem haben wir hier ein Bild zugefuegt......

Ich habe dann heute auch mein Ergebnis aus Dallas bekommen, von meinem Seminar. Ich habe den abschliessenden Test bestanden, mit 90%. Das schoene daran ist, dass alle ueber 87% zusaetzlich zu der Urkunde fuer das Seminar noch ein "Seal of Excellence" kriegen, das auf die Bescheinigung geklebt werden kann..... damit bin ich nun quasi Gueteklasse A ;-) Passend dazu erreichte mich heute meine "Auszeichnung" fuer das Erreichen meines finanziellen Zieles (also den Umsatz den ich dem Hotel bringen sollte) im ersten Trimester 2007. Dies ist eine DinA 4 Plakette, eingraviert mit meinem Namen und der "Chairman's Recognition for Event Service Excellence". Das ging runter wie Oel..... soll heissen es hat mich gefreut. Alle die dies in jedem Trimester diesen Jahres schaffen, nehmen an einer Verlosung teil und ein Teil davon fliegt dann fuer ein paar Tage auf ein Incentive nach Hawaii..... also Daumen druecken!!!!

Das war es erst einmal fuer heute, die naechsten beiden Tage haben wir frei und danach gibt es bestimmt wieder einiges zu berichten....

Mittwoch, 1. August 2007

Harry Potter ist out.....

Da liegt er nun, der neue Harry Potter. Seit knapp 10 Tagen in unserem Besitz und von mir immerhin schon bis auf Seite 250 gelesen. Doch die naechsten Tage werden ganz schwer fuer ihn.... denn am Montag ist Post aus Deutschland angekommen..... und mit dem Inhalt muss man sich beschaeftigen..... Das neue Kicker Jahresheft. Da sieht man doch mal, auch 6.000 Kilometer von Deutschland entfernt ist man nicht aus der Welt.

Ansonsten ist diese Woche recht ruhig. Christine hatte gestern und heute frei, waehrend es bei mir auf der Arbeit auch recht gesittet zugeht (nicht das es sonst anders waere....). Das der August aber ganz ruhig ist kann ich nicht sagen, auch wenn man das aus der Hotellerie eigentlich so kennt (Mallorca und so mal ausgenommen). Denn es ist schon der beste August den wir in der Geschichte des Hotels hier hatten, und ab morgen sind wir auch bis naechsten Dienstag ausgebucht. Aber das ist alles ein grosses Meeting, meine "kleinen" Veranstaltungen haben dann doch Sommerpause. Auch wenn mich die einzige Gruppe, die ich in den naechsten drei Wochen habe, schon ganz schoen am laufen haelt. Das "lustige" daran ist, dass das Buero meiner Kundin nur 2 Blocks entfernt ist, also weniger als fuenf Minuten zu Fuss. Und ich kriege trotzdem den ganzen Tag E-Mails wie "Wie ist denn die Parkplatzsituation bei Ihnen", "Was fuer gute Restaurants liegen in der Naehe vom Hotel" oder "Welche Sehenswuerdigkeiten sind nah am Hotel". Da bin ich immer kurz davor zu sagen, schauen sie doch mal aus dem Fenster.... aber das kann man ja auch nicht machen. Immerhin nennt sie mich am Telefon immer "Darling" oder "Sweetheart", dann kann ich ja soviel bisher noch nicht falsch gemacht haben ;-)

Mittwoch, 20. Juni 2007

Um euch mal wieder ein wenig zum Schmunzeln zu bringen, hier noch einmal ein paar kleine Anekdoten von unseren amerikanischen Freunden.

Meine Kollegin aus Korea war ja Anfang des Monats in Europa unterwegs und hat nach ihrer Rueckkehr einiges zu erzaehlen gehabt. Sie plant auch schon die naechste Reise, sie moechte unbedingt mal nach Rom…. “Oh, nach Rom moechte ich auch einmal.” sagte ein anderer Kollege “ich moechte unbedingt mal auf diesen Turm”….. Da musste ich doch erst einmal einen Moment ueberlegen. Das Kollosseum ist ja kein Turm, auf dem Vatikan ist man zwar hoch, aber ein Turm? Also habe ich ihn spaeter gefragt, welchen Turm er denn meinte, und er hat ihn mir aufgezeichnet. Ich habe mal ein Bild davon dran gehangen…. ist naemlich eher im franzoesischen Teil von Rom.

Einen Tag spaeter haben wir uns dann noch einmal ueber die Reise unterhalten, dieses Mal mit anderen Kollegen. Die Koreanerin war ja auch in Wien, und wurde dann gefragt ob sie denn auch mit diesen kleinen Schiffen gefahren sei….. “Schiffe? Ich habe da keine Schiffe” gesehen, meinte sie. Ich habe dann erklaert, dass die Donau zwar schon an Wien vorbei fliesst, aber nicht direkt durch die Stadt…. “Doch, da fahren doch immer die kleinen Boote, wo zwei Leute drin sitzen und einer hinten paddelt, das kenn ich aus dem Fernsehen.”…. Na ja, ich auch! Aber nicht in Wien. Wir einigten uns dann darauf, dass diese Gondeln doch eher in Venedig rumfahren…. Zur Ehrenrettung muss man aber sagen, dass sich hier in der Sprache Vienna und Venice noch relativ gleicht anhoeren.

Wo wir gerade bei gleich anhoeren sind…. Es sind ja nicht immer nur die Amis, die quatsch reden…. So sassen wir vor ein paar Tagen beim Abendessen im Hard Rock Café, und ich habe an der Wand eine Gitarre gesehen, die komplette aus Pin’s gebastelt war… und um Christine auf diese aufmerksam zu machen meinte ich nur “Schau Dir doch mal die Giraffe an der Wand an”. Konnte sie dann leider nicht, da sie vor lachen auf dem Boden lag…. Dabei sind doch Giraffe und Gitarre aehnlich, oder? Da hat sie noch nicht gewusst, dass ich gerade wegen ihrem Geburtstag an Giraffen denken musste…. Aber dazu spaeter mehr von ihr!

Mittwoch, 6. Juni 2007

Lost in Washington....

Diese Amis… als ich damals eine Rubrik hier so genannt habe waere ich nie darauf gekommen, wie oft man dieses Thema anschneidet. Aber meistens sind das ja die besten Geschichten.

Gestern hatten wir mal wieder ein Training im Hilton Washington. Das ist jetzt das dritte in den letzten drei Wochen gewesen. Um 9 Uhr sollte es los gehen, daher haben wir mit den vier Leuten aus dem Team hier gesagt, dass wir uns um 8 Uhr treffen und dann gemeinsam loslaufen. Nun ratet mal wer um acht Uhr hier war… ausser mir… richtig. Niemand. Auch um viertel nach acht noch nicht. Da habe ich meinem Boss gesagt, dass ich schon einmal losgehe, falls noch jemand kommt soll er ihnen bescheid geben. Auf dem Weg nach draussen kam dann eine Kollegin…. Wir sollen doch noch eben auf die anderen beiden warten, die sind bestimmt auch gleich da…. Bestimmt! Einer kam um kurz vor halb neun, die andere ist nicht an ihr Handy gegangen. Als wir dann erneut los wollten kam sie uns aber entgegen… es waere doch erst kurz nach halb. Wir sollen mal nicht so einen Stress machen. Sie geht sich jetzt umziehen und dann koennen wir los, was dann um 8.40 geklappt hat. Natuerlich waren wir dann die dummen, die zu spaet zum Training gekommen sind. Denn anders als sonst hat das dieses Mal puenktlich angefangen.
Auf dem Rueckweg war es dann ganz schwer…. Man muss nur die Haupstrasse runter, und dann einmal links abbiegen um zu unserem Hotel zu kommen. Und es ist ja nicht so, dass wir den Weg schon ein paar Mal gelaufen waeren. Nach der Haelfte der Strecke meinten meine Kollegen dann, unser Hotel muesse doch gleich rechts (!) irgendwo kommen. Ich habe dann erklaert, dass wir weiter muessen und dann links. Nein, nein, irgendwo hier rechts war das. Als sie dann die Strasse ueberquert haben, um da in eine andere Seitenstrasse zu laufen, bin ich einfach weiter gegangen, den richtigen Weg. Nach zwei, drei Minuten habe ich mich dann umgedreht, und knapp 100 Meter hinter mir waren sie wieder…. “Oh my god… wir sind tatsaechlich falsch gelaufen”…. Ich wette, die kann man am Weissen Haus raussetzen, die finden nicht mehr zurueck.

Genauso kann ich aber auch schreiben… diese Asiaten. Eine meiner Kolleginnen kommt ja aus Suedkorea (richtig, die die nicht verstehe wollte wie man ein Land wie Deutschland teilen konnte ;-)) und war die letzten beiden Wochen in Europa unterwegs. Amsterdam, Wien, Prag, Bratislava und zurueck. Seit gestern erzaehlt sie nun die Geschichten, und wir kriegen uns nicht mehr ein. Man muss dazu wissen, sie ist ein einer sehr streng religioesen und traditionellen Familie gross geworden. Wo die Mutter dem Vater jeden Tag nach der Arbeit erst einmal die Fuesse waescht und ihn dann fuettert. Also so mit Gabel und Loeffel zum Mund und so. Nun war meine Kollegin wie gesagt in Amsterdam, und wollte nach Chinatown, ist aber im Rotlichtviertel gelandet…. Sie war voellig schockiert und hat erst einmal eine leicht bekleidete Dame angesprochen…. “Was machen sie hier… sie muessen sich was anziehen… das ist zu kalt so! Wirklich!” Das haette ich ja nur zu gerne gesehen. Jaja… dieses Amsterdam!

Mittwoch, 30. Mai 2007

Vom Winde verweht....

Wie schon erwaehnt hatten wir auch hier in den Staaten ein verlaengertes Wochenende, wenn auch nicht wegen Pfingsten sondern wegen dem “Memorial Day” am Montag. So konnten wir das Wochenende ein wenig mehr als sonst geniessen, und auch das Wetter sollte mitspielen. Am Samstag und Sonntag waren es knapp ueber 30 Grad Celsius, und am Montag immerhin noch 28.

So machten wir uns am Sonntag morgen auf, mit der Metro zum Arlington Friedhof zu fahren. Nicht aber um auf den Friedhof zu gehen (was tausende andere machten), sondern um uns an die Arlington Memorial Bridge zu stellen, ueber die der “Rolling Thunder” rollen sollte. Wie schon erwaehnt ist dies eine Motorrad “Parade”, die an die “Pow Mia” erinnern soll. Wer sich nun fragt was das ist, dem geht es genauso wie uns am Sonntag. Zum Glueck gibt es ja Wikipedia, und so konnten wir dies spaeter nachschauen. Pow Mia steht fuer “Prisoner of war” & “Missing in action”, also fuer die Kriegsgefangenen und Vermissten der Kriege (immerhin noch 88.000 Amerikaner).
Schon das gesamte Wochenende hatte man die Motorraeder in der Stadt gehoert, nun aber sah man erst wie viele es waren. Die Schaetzungen liegen bei knapp 35.000, davon 90 Prozent Harley Davidson und natuerlich auch alles Typen, wie man sie sich vorstellt. Graue Baerte, Bierbauch, Lederkutte, Tatoos…. Ich denke das “Kumpeltypen” Foto sagt alles. Insgesamt war es schon recht interessant anzuschauen, auch wenn uns nach knapp einer Stunde etwas die Ohren droehnten und wir langsam auch genug von den Abgasen hatten. So gingen wir schon einmal Richtung Lincoln Memorial, wo spaeter die Kundgebung stattfinden sollte, und schauten uns dort noch einmal ein wenig um. Zu den einzelnen Memorials sind wir aber nicht noch einmal gegangen, dass sollen heute mal die Leute machen die jemanden dort kennen oder selbst da waren….
Zu Fuss ging es dann zurueck und an jeder Ecke kamen einem noch die Motorraeder entgegen, schliesslich waren nach nun knapp 2 Stunden immer noch nicht die letzten ueber die Bruecke gekommen.
Zuhause machten wir es uns dann zum ersten Mal richtig am Pool gemuetlich und ich bin auch einmal reingehuepft…. Schon lustig, der Pool ist 7x3 Meter gross und geht mir an der tiefsten Stelle bis zur Brust, aber wir muessen dort eine Rettungsschwimmerin haben. Die muss jeden Tag von 10 Uhr bis 22 Uhr da sein und freut sich natuerlich riesig ueber diesen spannenden Job. Abends haben wir dann auch unsere Kuehltasche gepackt und uns oben schoen den Tisch gedeckt. Als gerade die ersten Sachen auf dem BBQ Grill lagen kam einer unserer Nachbarn hoch und meinte nur, dass sie gerade ein Gewitter (hier heisst es ja Thunderstorm, hoert sich noch ein wenig dramatischer an) angekuendigt haben, dass in den naechsten Minuten hier sein soll. Da wir noch schoen in der Sonne sassen haben wir uns etwas unglaeubig umgedreht, und wie in einem Film zog da eine schwarze Front auf und der Himmel war wirklich komplett dunkel. Also habe ich schnell die Sachen zusammengepackt und runtergebracht, Christine hat das restliche Fleisch auf den Grill gelegt und als ich wieder nach oben kam (alles in allem vielleicht nach fuenf Minuten) sah ich nur den ersten Schirm Richtung Christine fliegen, inklusive dem Tisch unten dran. Dieser ist dann natuerlich auch in der Mitte durchgebrochen, wir haben nur schnell der Rettungs-Schwimmerin geholfen die Sachen in Sicherheit zu bringen und uns dann unser Fleisch geschnappt. Mein Broetchen, was zum toasten da drauf lag, hat sich dann mal direkt selbststaendig gemacht und ist im hohen Bogen davon geflogen, den Rest haben wir aber sicher nach unten gebracht und haben unser Barbeque dann in der Wohnung fortgesetzt. Ging aber auch….. draussen hat es ueber eine Stunde lang richtig doll gewittert, aber das sollte uns ja nun egal sein. Nur meinem armen Broetchen ging es bestimmt schlecht ;-)

Am Sonntag sind wir zur offiziellen Memorial Day Parade gegangen. Die erste Stunde war es ganz nett anzuschauen, dann wiederholte sich aber das Meiste und die Leute wurden auch nicht mehr juenger ;-) Vorne sind halt Leute gelaufen, die in den Uniformen und Kostuemen der fruehen Kriege waren, also Buergerkrieg und so weiter, ab dem ersten Weltkrieg wurde es dann ein wenig mau. Irgendwelche Generaele, die sie wahrscheinlich jedes Jahr ausbuddeln, wurden auf oder in Autos gesetzt und dann herum gefahren, bei manchen hatte man den Eindruck sie wissen gar nicht wie ihnen geschieht. Trotzdem musste Christine einmal die Beine in die Hand nehmen, denn jemand fuhr an uns vorbei, den sie zuerst nicht erkannt hat (war auch schwer bei Muetze und Sonnenbrille) - Gary Sinise, Schauspieler in Forrest Gump und CSI New York. Da er schon vorbei war als ich die Kamera rausgeholt hatte, musste sie dem Wagen halt hinterher rennen, und das geht gut bei den Temperaturen ;-)
Dann kamen halt Wagen mit Ueberlebenden von Pearl Harbour und so weiter… auch hier gingen wir nach einiger Zeit der Parade entgegen und kuerzten die Zeit so etwas ab, denn alles in allem dauerte es auch hier knapp ueber 2 Stunden. Von da aus ging es dann wieder nach Hause, wo wir uns einen gemuetlichen Abend gemacht haben und das erste Spiel der Eishockey Stanley Cup Finals im TV geschaut haben, in dem die Anaheim Ducks gegen Ottawa mit 3:2 gewonnen haben, nach zweimaligem Rueckstand.

Gary Sinise - bekannt als Lieutenant Dan in Forrest Gump und aus CSI New York



Einfach mal anklicken und auf das Schild achten....

Donnerstag, 24. Mai 2007

Kurzgeschichten aus einer anderen Welt

So, nach all den langen Berichten hier mal wieder ein paar kleine Anekdoten fuer zwischendurch.

Frisoer, die dritte:
Diese Woche war es mal wieder soweit. Mein dritter Frisoerbesuch wurde noetig, und einige Zeit ueberlegte ich, ob ich wieder den selben Barber Shop wie beim letzten Mal aufsuchen soll. Denn auch wenn es beim ersten Mal richtig gut war, beim zweiten glich die Haarlaenge eher der Alpe D’Huez Etappe bei der Tour de France… am Anfang ganz flach und zur anderen Seite wurde es immer hoeher. Damals hatte ich das ja erst zuhause bemerkt und bin dann auch wirklich noch einmal hingegangen, um das korrigieren zu lassen.
Aber der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und so ging ich wieder zu Mr. Duvall, der dieses Mal nicht selbst Zeit fuer mich hatte. Also geriet ich an seinen Kollegen. Wer sich noch an den ersten Bericht aus dem Januar erinnern kann…. das war der nette Herr der die ganze Zeit beim Radio laut mitsingt, tanzt, beim Schneiden gar nicht auf die Haare guckt und nur auf seinem Zahnstocher kaut. Was soll’s… Als ich dann im Stuhl sass erst einmal wieder die uebliche Geschichte…. “Wo kommen Sie denn her? Deutschland? Wow, ich war auch drei Jahre in Deutschland…. In Heidelberg.” Jaja, wir wissen schon bescheid. Ich hatte mein schwarzes T-Shirt von der islaendischen U 21 an, und mein Zahnstocher Frisoer dachte, dass waere deutsch hinten drauf und hat mich gefragt, wie man das ausspricht. Da ich keine Ahnung hatte habe ich ihm dann erklaert, dass das Shirt islaendisch ist. Woher ich das denn haette, wollte er wissen.
Ok… was nun? Soll ich ihm die wahre Geschichte erzaehlen? Das uns das die Spieler der islaendischen U21 in Luebeck geschenkt haben, als wir nach dem Spiel im selben Hotel waren, weil wir nicht in der Lage waren in unserer gemieteten Wohnung die Eingangstuer zu finden und so nicht da reingekommen sind? Das es aber noch am Anfang war, noch bevor Marcel mit den Islaendern in Unterhose ueber die Flure gerannt ist und nachher mit Zahniel und dem “geliehenen” Fahrrad beinah in den Graben gefahren ist…… Ich dachte besser nicht und habe nur “hab ich mal gekauft” gesagt……
Und fuer alle, die es interessiert, dieses Mal war der Haarschnitt wieder absolut ok……

Non smoking, please:
Keine Kurzgeschichten ohne eine neue Anekdote ueber einen meiner Kunden…. Eine Firma die demnaechst kommt hat an einem der Tage eine Fuehrung durch das Weisse Haus. Als ich nun am Montag die Details fuer ihre Veranstaltung bekommen habe, stand da nur drin, dass ich bitte am Weissen Haus keine Ausschilderung machen soll die besagt, dass die Gruppe da ist. Ausserdem soll ich bitte darauf achten, dass alle Raeume und Zimmer “Nichtraucher” Zimmer sind. Das gelte auch fuer das Weisse Haus und waere zu beruecksichtigen…. Na klar. Ich rufe mal eben den George an, dass ich doch keine Poster an den Hauswaenden anbringen will, und das er bitte zumindest fuer den einen Tag mal das Rauchen unterlassen soll….. Er hat es dann auch sofort eingesehen……

1 + 1 = 2:
Nachdem eine meiner Gruppen abgereist ist, hat mich der Ansprechpartner noch einmal angerufen und wollte die Anzahl der Zimmer haben, die nun wirklich von seiner Gruppe in Anspruch genommen worden sind. Ich habe ihm die folgende Aufstellung geschickt…. Genau so sah es aus (nur halt auf englisch):
May 16: 7 Uebernachtungen
May 17: 5 Uebernachtungen
May 18: 2 Uebernachtungen
Und, was kam als Antwort? Er braeuchte es gar nicht pro Nacht aufgeschluesselt, ich solle ihm doch bitte die Gesamtanzahl schicken. Na ja, man kann ja nicht unbedingt erwarten das er 7+5+2 rechnen kann…. Muss auch nicht sein. Ich habe das dann mal fuer ihn gemacht und stolz eine E Mail mit “14” geschickt….

Freitag, 23. März 2007

Diese Deutschen

Jeder von Euch wird wahrscheinlich sein Bild von einem typischen Amerikaner haben…. Und nein, ich moechte jetzt nicht wissen wie das aussieht, ich kann es mir ja in etwa denken ;-) Aber was halten die Amerikaner von uns? Oder was ist fuer sie typisch deutsch? Hier mal ein paar kleine Punkte, die mir spontan einfallen….

Vor kurzem habe ich erfahren, dass man sehr ueberrascht war als ich hier angekommen bin. Man haette vom Aussehen her gar nicht gedacht, dass ich Deutscher bin. Und warum nicht? Ich habe Haare auf dem Kopf. Man hat immer gedacht und sich erzaehlt, das "wir" keine Haare haetten. Denn schliesslich arbeiten hier zwei Deutsche, die nur noch wenig Haare haben, ist zumindest die Meinung der Amis hier. Ich habe dann erklaert, dass es sehr wohl einige Leute "zuhause" geben soll, die sogar noch ueber Haare verfuegen. Aber meine Erklaerung ist sehr einfach. Die sind einfach schon laenger hier und haben sich die Haare wohl augerauft. Und ich meine, dieser weibliche "Star" der sich gerade eine Glatze rasiert hat war keine Deutsche... oder?

Was man noch ueber uns denkt ist, das wir alle sehr ungeduldig seien. Das haette man von mir aber noch nie gesehen, wunderte sich meine Chefin…. Manch anderer aus dem Buero konnte das aber bestaetigen. Und wer mich kennt kann sich das ja gut vorstellen ;-)

Was aus Deutschland hier bekannt ist, sind die Autobahnen. Jeder hier moechte einmal nach Deutschland, um auf den Autobahnen ohne Geschwindigkeits-Beschraenkung zu fahren. Als ich gesagt habe, dass man schon locker 100 Meilen pro Stunde (160 km/h) fahren kann, standen alle nur mit offenem Mund da. Boah, Wahnsinn!

Wir haben eine Kollegin bei mir aus dem Buero aus Korea. Sie kennt nur ein Lied aus Deutschland, und hat es mir immer vorgesungen… "Ich liebe Dich, so wie Du mich, am Abend und am Morgen…" Und sie war schockiert das ich es nicht kannte. Weder Melodie noch Text. Obwohl der Text natuerlich auf knapp 1000 Lieder zutreffen koennte. Jeder Koreaner wuerde das Lied kennen…. Bis heute hat sie sich noch nicht wieder beruhigt. Dabei waere das doch von Beethoven, das muesste ich doch kennen. Bis dahin wusste ich aber noch nicht einmal, dass Lieder von Beethoven ueberhaupt Texte haben….

Ueber die beiden "Deutschen", auf die ich hier angesprochen worden bin, sage ich aber nichts.... Mozart und Schwarzenegger.

Jetzt aber zum Ende noch einmal eine Geschichte, der ich gerade beim Schreiben zuhoere…. Setzt Euch hin! Wir haben von einer Kundin Kekse geschenkt bekommen. Da wir die nicht alle alleine essen wollten, haben wir zwei Pakete in die Reservierung gegeben. Schliesslich hatten die auch viel mit der Gruppe zu tun. Nun kam es so, dass jemand von der Rezeption ein paar Kekse gegessen hat, und es dann darueber zum Streit kam, weil er der Reservierung ja "die geschenkten Kekse" klauen wuerde. Also flogen unten im wahrsten Sinne des Wortes die Schachteln. Und nachts hat dann der Nachtdienst der Rezeption "aus Versehen" alle vorgeblockten Zimmer der Gruppen-Reservierungen geloescht... von heute an fuer die naechsten 12 Monate! Also jede Suite, jedes Behinderten-Gerechte Zimmer und so weiter. Nun muessen alle Vertraege noch einmal durchgegangen werden um zu sehen, wer spezielle Zimmer geblockt hatte! Das soll nun so eine Woche dauern…. So endet auch dieser Artikel wieder mit dem Zusatz "Diese Amis"

Freitag, 16. März 2007

Just in time… Wow

Erst einmal eine kurze Vorgeschichte. Vor genau zwei Wochen sollte eigentlich unsere Mitarbeiterversammlung stattfinden, mit geplanten 220 Teilnehmern. Ich hatte den Ablauf geschrieben und das Buffet mit geplant, eine Woche vorehr wurde das ganze allerdings auf heute verschoben….. So weit nicht schlimm. Ich habe dann die Info an alle geschickt, dass es nicht stattfindet und auch einen neuen Ablaufplan fuer das neue Datum verschickt. Da es auch im Abteilungsleiter Meeting ein Thema war, wusste jeder bescheid. Leider hat in der Kueche aber niemand den alten Plan aus dem Ordner genommen, und so wurde locker fuer 220 Leute essen gekocht, bis es mal mittags jemand gemerkt hat… "Was kocht ihr eigentlich den ganzen Tag, wir haben doch gar keine Gruppe im Haus…." Na ja, nicht mein Fehler.

Heute war also der grosse Tag, und da wirklich einiges an Speisen auf dem Programm stand, hat die Kueche natuerlich gestern schon angefangen alles vorzubereiten. Und heute Morgen kam dann die Info vom Personalbuero… "Wow, wir haben 91 % Belegung und alle Bankettraeume voll, heute ist wirklich viel zu tun…. Daher sagen wir die Mitarbeiterversammlung ab"…. Mein Gott, hat sich der Kuechenchef gefreut. Und die knapp 500 belegten Zimmer sind ja bestimmt auch gestern erst dazu gekommen. Aber was soll's. Ist halt mittlweile zweimal umsonst fuer 220 Leute gekocht worden. Der naechste Anlauf ist nun im April.

Montag, 5. März 2007

Kurzgeschichten

Da es keine grossen Neuigkeiten gibt, mal wieder ein paar kleine lustige Geschichten unserer Amerikaner, fuer zwischendurch.

Umweltschutz aus Russland:
Nicht nur in Deutschland ist es ein Thema, wie man mit der Umwelt umgeht, auch hier wird gerade nach dem Oscar Gewinn von Al Gore mit seinem Umweltfilm ueber so eine Art Umweltschutz diskutiert…. Immerhin merkt man mal, dass man mehr machen kann als Essensreste, Glas, Papier und alles andere in ein und dieselbe Tonne zu werfen. Arnold Schwarzenegger hat da in Kalifornieren mit dem Pfandsystem ja auch schon einen Anfang gemacht. Da wurde ich dann ernsthaft gefragt, ob der Arnold aus Deutschland selbst kommt oder aus Russland. Ich habe es mir dann gespart, einen Kommentar abzugeben.

Kennste den?
Am Freitag sass eine Kollegin aus dem Bankettservice hier im Buero rum, weil sie nichts zu tun hatte, und da hat sie sich dann mal mit mir unterhalten. Ich waere ja Deutscher, ob ich den Peter kenne….. Nicht direkt, wer ist das?.... Der hat mal vor sechs Jahren hier gearbeitet, ist jetzt aber in irgendeinem anderen Hotel in Chicago…. Den kenn ich leider nicht….. Nach ein paar Sekunden Stille dann die Frage, ob ich Frank kenne, der war bis vor zwei Jahren hier, ist jetzt aber zurueck in Deutschland. Ich habe dann mal erklaert, dass ich erst seit zwei Monaten hier bin und die nicht kenne….. Na ja, sagt sie, haette ja sein koennen. Sind schliesslich auch Deutsche. Also wenn ihr den einen Frank aus Deutschland kennt….. Der war mal hier!

Online Ueberweisung leicht gemacht:
Am Freitag haben wir unsere erste Rechnung von unserem Kabel-TV-Anbieter bekommen, die wir innerhalb von einer Woche zahlen sollen. Das koennten wir per Scheck machen oder online. Da wir fuer das Ausstellen eines Schecks eine Gebuehr von 6 Dollar zahlen muessen, und der Rechnungsbetrag gerade mal 18 Dollar betraegt, wollten wir das ganze natuerlich online ueberweisen. Nur stand da nirgendwo eine Kontonummer oder so, also habe ich mich mal auf der Homepage umgeschaut. Und siehe es, es gibt sogar einen Link ueber den man bezahlen kann. Aber man muss die Informationen des Schecks eingeben…. Ich muesste also zur Bank, mir einen Scheck ausstellen lassen, dann online gehen und die Informationen wie Schecknummer und so eingeben…. Macht nicht wirklich Sinn, oder?
Doch siehe da… es gibt auch die Moeglichkeit, die Rechnungen automatisch mit Kreditkarte zu zahlen. Super, also schnell die Kreditkarte rausgesucht, alles eingegeben, und dann steht da dass es 45 bis 60 Tage dauert, bis man das auf diese Art der Zahlung umstellen kann…. Also soll man die naechsten zwei Rechnungen noch normal bezahlen….. Alles nicht so einfach. Ich werde heute mal weiter schauen, was man da machen kann. Ich will ja gar nicht erst wissen was los ist, wenn die erste Rechnung von unserer Telefonfirma kommt…..


Heute gestohlen, morgen schon in Deutschland?
Als wir uns Ende der letzten Woche mal ueber die neue Kollegin unterhalten haben, die ja Hollaenderin ist, hat man mich gefragt ob das wirklich so sei mit den Fahrraedern….. Jaja, hab ich gesagt, die fahren da schon viel Fahrrad. Aber das meinte man gar nicht. Es gibt hier viele Witze und Redewendungen darueber, dass die Deutschen immer den Hollaendern die Fahrraeder klauen. Ich habe dann eher was von Autos und Polen erzaehlt, aber bis auf eine Kollegin guckten mich nur alle an wie ein Auto. Ich denke mal, die konnten mit Polen nicht viel anfangen. Daher habe ich sie dann in ihrem Glauben gelassen, dass es bei uns auch diese Witze gibt.