Montag, 4. Juni 2007

Das hat man nun davon.....

Da schreibt man am Samstag Abend einen schoenen Bericht und nennt ihn "Sommer, Sonne, Sonnenschein"..... und dann kommt der Sonntag. Wohlgemerkt, mit angekuendigten 32 Grad Sonnenschein. Morgens war es ein wenig bewoelkt, das ist ja nicht so schlimm.... aber um 11 Uhr begann es dann zu regnen und es hoerte auch bis abends 23 Uhr nicht mehr auf. So machten wir es uns nicht auf dem Dach, sondern in unserem Appartment gemuetlich und nutzten mal wieder ein wenig unsere Flatrate nach Germany und unseren TV Anschluss ;-) Daher gibt es auch keine neuen aufregenden Geschichten zu erzaehlen....



Etwas aufregender war es da schon am Samstag Abend, denn wir haben uns das dritte Spiel in der "Best of seven" Serie um den Stanley Cup in der NHL angeschaut, Anaheim fuehrte nach den ersten beiden Spielen schon 2:0 und ein Sieg heute waere wohl die Vorentscheidung. Dementsprechend agressiv ging Ottawa in der heimischen Halle auch ans Werk, und doch ging Anaheim dreimal in Fuehrung.... 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3.... dann kam der Ausgleich durch ein Tor, bei dem der Puck mit dem Schlittschuh ins Tor geschossen wurde, was eigentlich verboten ist. Trotz eindeutigem Videobeweis wurde das Tor gegeben, und kurz danach fiel auch das 4:3 fuer Ottawa. Nun stand die Halle natuerlich Kopf. Im dritten Drittel lagen dann die Nerven richtig blank, und es gab eine nette Boxeinlage mit drei "Zweikaempfen", alle gleichzeitig an verschiedenen Stellen auf dem Eis. Kurz danach schaffte Ottawa dann noch das 5:3 und das Spiel war entschieden... heute Abend werden wir uns dann mal das vierte Spiel ansehen und hoffen, dass dies genauso spannend ist.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Wichtige Eilmeldung!!

Thomas' weggeflogenes Brötchen ist in San Diego, Kalifornien gelandet und hat ein Verbrechen verübt. Siehe beiliegenden Zeitungsausschnitt:


Vom Winde verweht....

Wie schon erwaehnt hatten wir auch hier in den Staaten ein verlaengertes Wochenende, wenn auch nicht wegen Pfingsten sondern wegen dem “Memorial Day” am Montag. So konnten wir das Wochenende ein wenig mehr als sonst geniessen, und auch das Wetter sollte mitspielen. Am Samstag und Sonntag waren es knapp ueber 30 Grad Celsius, und am Montag immerhin noch 28.

So machten wir uns am Sonntag morgen auf, mit der Metro zum Arlington Friedhof zu fahren. Nicht aber um auf den Friedhof zu gehen (was tausende andere machten), sondern um uns an die Arlington Memorial Bridge zu stellen, ueber die der “Rolling Thunder” rollen sollte. Wie schon erwaehnt ist dies eine Motorrad “Parade”, die an die “Pow Mia” erinnern soll. Wer sich nun fragt was das ist, dem geht es genauso wie uns am Sonntag. Zum Glueck gibt es ja Wikipedia, und so konnten wir dies spaeter nachschauen. Pow Mia steht fuer “Prisoner of war” & “Missing in action”, also fuer die Kriegsgefangenen und Vermissten der Kriege (immerhin noch 88.000 Amerikaner).
Schon das gesamte Wochenende hatte man die Motorraeder in der Stadt gehoert, nun aber sah man erst wie viele es waren. Die Schaetzungen liegen bei knapp 35.000, davon 90 Prozent Harley Davidson und natuerlich auch alles Typen, wie man sie sich vorstellt. Graue Baerte, Bierbauch, Lederkutte, Tatoos…. Ich denke das “Kumpeltypen” Foto sagt alles. Insgesamt war es schon recht interessant anzuschauen, auch wenn uns nach knapp einer Stunde etwas die Ohren droehnten und wir langsam auch genug von den Abgasen hatten. So gingen wir schon einmal Richtung Lincoln Memorial, wo spaeter die Kundgebung stattfinden sollte, und schauten uns dort noch einmal ein wenig um. Zu den einzelnen Memorials sind wir aber nicht noch einmal gegangen, dass sollen heute mal die Leute machen die jemanden dort kennen oder selbst da waren….
Zu Fuss ging es dann zurueck und an jeder Ecke kamen einem noch die Motorraeder entgegen, schliesslich waren nach nun knapp 2 Stunden immer noch nicht die letzten ueber die Bruecke gekommen.
Zuhause machten wir es uns dann zum ersten Mal richtig am Pool gemuetlich und ich bin auch einmal reingehuepft…. Schon lustig, der Pool ist 7x3 Meter gross und geht mir an der tiefsten Stelle bis zur Brust, aber wir muessen dort eine Rettungsschwimmerin haben. Die muss jeden Tag von 10 Uhr bis 22 Uhr da sein und freut sich natuerlich riesig ueber diesen spannenden Job. Abends haben wir dann auch unsere Kuehltasche gepackt und uns oben schoen den Tisch gedeckt. Als gerade die ersten Sachen auf dem BBQ Grill lagen kam einer unserer Nachbarn hoch und meinte nur, dass sie gerade ein Gewitter (hier heisst es ja Thunderstorm, hoert sich noch ein wenig dramatischer an) angekuendigt haben, dass in den naechsten Minuten hier sein soll. Da wir noch schoen in der Sonne sassen haben wir uns etwas unglaeubig umgedreht, und wie in einem Film zog da eine schwarze Front auf und der Himmel war wirklich komplett dunkel. Also habe ich schnell die Sachen zusammengepackt und runtergebracht, Christine hat das restliche Fleisch auf den Grill gelegt und als ich wieder nach oben kam (alles in allem vielleicht nach fuenf Minuten) sah ich nur den ersten Schirm Richtung Christine fliegen, inklusive dem Tisch unten dran. Dieser ist dann natuerlich auch in der Mitte durchgebrochen, wir haben nur schnell der Rettungs-Schwimmerin geholfen die Sachen in Sicherheit zu bringen und uns dann unser Fleisch geschnappt. Mein Broetchen, was zum toasten da drauf lag, hat sich dann mal direkt selbststaendig gemacht und ist im hohen Bogen davon geflogen, den Rest haben wir aber sicher nach unten gebracht und haben unser Barbeque dann in der Wohnung fortgesetzt. Ging aber auch….. draussen hat es ueber eine Stunde lang richtig doll gewittert, aber das sollte uns ja nun egal sein. Nur meinem armen Broetchen ging es bestimmt schlecht ;-)

Am Sonntag sind wir zur offiziellen Memorial Day Parade gegangen. Die erste Stunde war es ganz nett anzuschauen, dann wiederholte sich aber das Meiste und die Leute wurden auch nicht mehr juenger ;-) Vorne sind halt Leute gelaufen, die in den Uniformen und Kostuemen der fruehen Kriege waren, also Buergerkrieg und so weiter, ab dem ersten Weltkrieg wurde es dann ein wenig mau. Irgendwelche Generaele, die sie wahrscheinlich jedes Jahr ausbuddeln, wurden auf oder in Autos gesetzt und dann herum gefahren, bei manchen hatte man den Eindruck sie wissen gar nicht wie ihnen geschieht. Trotzdem musste Christine einmal die Beine in die Hand nehmen, denn jemand fuhr an uns vorbei, den sie zuerst nicht erkannt hat (war auch schwer bei Muetze und Sonnenbrille) - Gary Sinise, Schauspieler in Forrest Gump und CSI New York. Da er schon vorbei war als ich die Kamera rausgeholt hatte, musste sie dem Wagen halt hinterher rennen, und das geht gut bei den Temperaturen ;-)
Dann kamen halt Wagen mit Ueberlebenden von Pearl Harbour und so weiter… auch hier gingen wir nach einiger Zeit der Parade entgegen und kuerzten die Zeit so etwas ab, denn alles in allem dauerte es auch hier knapp ueber 2 Stunden. Von da aus ging es dann wieder nach Hause, wo wir uns einen gemuetlichen Abend gemacht haben und das erste Spiel der Eishockey Stanley Cup Finals im TV geschaut haben, in dem die Anaheim Ducks gegen Ottawa mit 3:2 gewonnen haben, nach zweimaligem Rueckstand.

Gary Sinise - bekannt als Lieutenant Dan in Forrest Gump und aus CSI New York



Einfach mal anklicken und auf das Schild achten....

Sonntag, 27. Mai 2007

Katzen(kinder), Biker und Memorial Day

Auch hier bei uns gibt es ein verlaengertes Wochenende.... aber keine Angst, hier kuemmert sich niemand um Pfingsten. Statt dessen feiern "wir" den Memorial Day. Dabei gedenkt man den gefallenen Soldaten, und davon gibt es hier in den Staaten ja einige.

Da der Montag also ein nationaler Feiertag ist, treibt es viele Leute zu einem Kurzurlaub. So auch die Chefin von Christine, die ja auch hier im Haus wohnt. Allerdings konnte sie weder uns noch ihre beiden Katzen mitnehmen, und so einigten wir uns ueber eine neue "WG". Zweimal am Tag schauen wir nun nach den beiden und geben neues Futter, reinigen die Katzenklos und kraulen die verwoehnten Tierchen ein wenig. Das heisst, eine von den beiden. Denn die andere (natuerlich die Frau) hat Angst vor uns und versteckt sich immer. Meist aber nur so, dass der Kopf irgendwo drunter ist nach dem Motto "seh ich euch nicht, seht ihr mich nicht". So koennen wir zum Beispiel das zweite Bild unter das Motto stellen "Finden sie die Katze"..... schwierig! Die beiden sind Himalaya Katzen und heissen Stoddler und Marmelade (sieht ein wenig doof aus wenn man es schreibt, geht aber wenn man es auf englisch spricht), daher sehr edel und so verhalten sie sich auch.... ein wenig so wie Loewen... halt Koenige unter den Katzen.

Morgen werden wir uns dann in den Memorial Day Trubel stuerzen, zuerst einmal zur "Rolling Thunder Motorcycle Rallye". Das ist ein Motorrad Umzug durch die Stadt, an dem zum Beispiel im letzten Jahr 30.000 Motorraeder teilgenommen haben. Dieses Mal erwarten sie ein wenig mehr, da es das 20. Jubilaeum dieser Tour ist. Los ging es auch schon am Freitag, so dass man das ganze Wochenende schon die Motoren in der Stadt hoert. Aber schliesslich ist Washington selbst ja genauseo gross (von den Einwohnern her) wie Dortmund, und da wuerde eine solche Anzahl an Motorraedern ja wohl auch auffallen. Los geht es um 12 Uhr, dann faehrt man 90 Minuten durch die Stadt und hat am Ende eine Kundgebung am Reflecting Pool (den man ja unter anderem aus Forrest Gump kennt, auch ansonsten sollen sa solche Reden wie "I have a dream" gehalten worden sein).

Montag geht es dann zur offiziellen Memorial Day Parade, was wohl eher nicht so viel Spass bringt wie die St Patricks Day Parade, dafuer aber fuer das Land umso typischer ist. Auf jeden Fall werden wir darueber nachher mal berichten. http://www.nationalmemorialdayparade.com/

Diese Woche haben wir uebrigens noch etwas nettes gefunden. Wir waren in der Stadt und sind einen "neuen" Rueckweg gelaufen, nur eine Strasse parallel zu dem Weg den wir sonst immer nehmen. Und auf einmal sehe ich nur die Aufschrift "German Cafe".... und wie hiess es natuerlich? "Mozart". Kein Wunder das die Amis den Arnold fuer einen Deutschen halten. Wir sind aber dennoch rein, und das war neben einem Restaurant auch ein deutscher Supermarkt. Christine hat sich gar nicht mehr einbekommen, denn wir haben alles gefunden, was es sonst hier nicht gibt: Katjes Katzenkinder, Fix Beutel, Sahnesteif, Milka Schokolade (auch weisse!), Nivea Creme, Knoedel, Ue-Eier, Rotkohl.... fast wie zuhause. Zwar ein wenig teurer, aber was soll's. Ab und zu werden wir da nun wohl einmal hingehen, und auch das Restaurant kann man ja mal ausprobieren. Wie heisst es so schoen... ein Stueck Heimat in der Fremde, auch wenn es Mozart ist ;-) (http://www.cafemozartgermandeli.com)

Freitag, 25. Mai 2007

Donnerstag, 24. Mai 2007

Kurzgeschichten aus einer anderen Welt

So, nach all den langen Berichten hier mal wieder ein paar kleine Anekdoten fuer zwischendurch.

Frisoer, die dritte:
Diese Woche war es mal wieder soweit. Mein dritter Frisoerbesuch wurde noetig, und einige Zeit ueberlegte ich, ob ich wieder den selben Barber Shop wie beim letzten Mal aufsuchen soll. Denn auch wenn es beim ersten Mal richtig gut war, beim zweiten glich die Haarlaenge eher der Alpe D’Huez Etappe bei der Tour de France… am Anfang ganz flach und zur anderen Seite wurde es immer hoeher. Damals hatte ich das ja erst zuhause bemerkt und bin dann auch wirklich noch einmal hingegangen, um das korrigieren zu lassen.
Aber der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und so ging ich wieder zu Mr. Duvall, der dieses Mal nicht selbst Zeit fuer mich hatte. Also geriet ich an seinen Kollegen. Wer sich noch an den ersten Bericht aus dem Januar erinnern kann…. das war der nette Herr der die ganze Zeit beim Radio laut mitsingt, tanzt, beim Schneiden gar nicht auf die Haare guckt und nur auf seinem Zahnstocher kaut. Was soll’s… Als ich dann im Stuhl sass erst einmal wieder die uebliche Geschichte…. “Wo kommen Sie denn her? Deutschland? Wow, ich war auch drei Jahre in Deutschland…. In Heidelberg.” Jaja, wir wissen schon bescheid. Ich hatte mein schwarzes T-Shirt von der islaendischen U 21 an, und mein Zahnstocher Frisoer dachte, dass waere deutsch hinten drauf und hat mich gefragt, wie man das ausspricht. Da ich keine Ahnung hatte habe ich ihm dann erklaert, dass das Shirt islaendisch ist. Woher ich das denn haette, wollte er wissen.
Ok… was nun? Soll ich ihm die wahre Geschichte erzaehlen? Das uns das die Spieler der islaendischen U21 in Luebeck geschenkt haben, als wir nach dem Spiel im selben Hotel waren, weil wir nicht in der Lage waren in unserer gemieteten Wohnung die Eingangstuer zu finden und so nicht da reingekommen sind? Das es aber noch am Anfang war, noch bevor Marcel mit den Islaendern in Unterhose ueber die Flure gerannt ist und nachher mit Zahniel und dem “geliehenen” Fahrrad beinah in den Graben gefahren ist…… Ich dachte besser nicht und habe nur “hab ich mal gekauft” gesagt……
Und fuer alle, die es interessiert, dieses Mal war der Haarschnitt wieder absolut ok……

Non smoking, please:
Keine Kurzgeschichten ohne eine neue Anekdote ueber einen meiner Kunden…. Eine Firma die demnaechst kommt hat an einem der Tage eine Fuehrung durch das Weisse Haus. Als ich nun am Montag die Details fuer ihre Veranstaltung bekommen habe, stand da nur drin, dass ich bitte am Weissen Haus keine Ausschilderung machen soll die besagt, dass die Gruppe da ist. Ausserdem soll ich bitte darauf achten, dass alle Raeume und Zimmer “Nichtraucher” Zimmer sind. Das gelte auch fuer das Weisse Haus und waere zu beruecksichtigen…. Na klar. Ich rufe mal eben den George an, dass ich doch keine Poster an den Hauswaenden anbringen will, und das er bitte zumindest fuer den einen Tag mal das Rauchen unterlassen soll….. Er hat es dann auch sofort eingesehen……

1 + 1 = 2:
Nachdem eine meiner Gruppen abgereist ist, hat mich der Ansprechpartner noch einmal angerufen und wollte die Anzahl der Zimmer haben, die nun wirklich von seiner Gruppe in Anspruch genommen worden sind. Ich habe ihm die folgende Aufstellung geschickt…. Genau so sah es aus (nur halt auf englisch):
May 16: 7 Uebernachtungen
May 17: 5 Uebernachtungen
May 18: 2 Uebernachtungen
Und, was kam als Antwort? Er braeuchte es gar nicht pro Nacht aufgeschluesselt, ich solle ihm doch bitte die Gesamtanzahl schicken. Na ja, man kann ja nicht unbedingt erwarten das er 7+5+2 rechnen kann…. Muss auch nicht sein. Ich habe das dann mal fuer ihn gemacht und stolz eine E Mail mit “14” geschickt….