Mittwoch, 30. Mai 2007

Vom Winde verweht....

Wie schon erwaehnt hatten wir auch hier in den Staaten ein verlaengertes Wochenende, wenn auch nicht wegen Pfingsten sondern wegen dem “Memorial Day” am Montag. So konnten wir das Wochenende ein wenig mehr als sonst geniessen, und auch das Wetter sollte mitspielen. Am Samstag und Sonntag waren es knapp ueber 30 Grad Celsius, und am Montag immerhin noch 28.

So machten wir uns am Sonntag morgen auf, mit der Metro zum Arlington Friedhof zu fahren. Nicht aber um auf den Friedhof zu gehen (was tausende andere machten), sondern um uns an die Arlington Memorial Bridge zu stellen, ueber die der “Rolling Thunder” rollen sollte. Wie schon erwaehnt ist dies eine Motorrad “Parade”, die an die “Pow Mia” erinnern soll. Wer sich nun fragt was das ist, dem geht es genauso wie uns am Sonntag. Zum Glueck gibt es ja Wikipedia, und so konnten wir dies spaeter nachschauen. Pow Mia steht fuer “Prisoner of war” & “Missing in action”, also fuer die Kriegsgefangenen und Vermissten der Kriege (immerhin noch 88.000 Amerikaner).
Schon das gesamte Wochenende hatte man die Motorraeder in der Stadt gehoert, nun aber sah man erst wie viele es waren. Die Schaetzungen liegen bei knapp 35.000, davon 90 Prozent Harley Davidson und natuerlich auch alles Typen, wie man sie sich vorstellt. Graue Baerte, Bierbauch, Lederkutte, Tatoos…. Ich denke das “Kumpeltypen” Foto sagt alles. Insgesamt war es schon recht interessant anzuschauen, auch wenn uns nach knapp einer Stunde etwas die Ohren droehnten und wir langsam auch genug von den Abgasen hatten. So gingen wir schon einmal Richtung Lincoln Memorial, wo spaeter die Kundgebung stattfinden sollte, und schauten uns dort noch einmal ein wenig um. Zu den einzelnen Memorials sind wir aber nicht noch einmal gegangen, dass sollen heute mal die Leute machen die jemanden dort kennen oder selbst da waren….
Zu Fuss ging es dann zurueck und an jeder Ecke kamen einem noch die Motorraeder entgegen, schliesslich waren nach nun knapp 2 Stunden immer noch nicht die letzten ueber die Bruecke gekommen.
Zuhause machten wir es uns dann zum ersten Mal richtig am Pool gemuetlich und ich bin auch einmal reingehuepft…. Schon lustig, der Pool ist 7x3 Meter gross und geht mir an der tiefsten Stelle bis zur Brust, aber wir muessen dort eine Rettungsschwimmerin haben. Die muss jeden Tag von 10 Uhr bis 22 Uhr da sein und freut sich natuerlich riesig ueber diesen spannenden Job. Abends haben wir dann auch unsere Kuehltasche gepackt und uns oben schoen den Tisch gedeckt. Als gerade die ersten Sachen auf dem BBQ Grill lagen kam einer unserer Nachbarn hoch und meinte nur, dass sie gerade ein Gewitter (hier heisst es ja Thunderstorm, hoert sich noch ein wenig dramatischer an) angekuendigt haben, dass in den naechsten Minuten hier sein soll. Da wir noch schoen in der Sonne sassen haben wir uns etwas unglaeubig umgedreht, und wie in einem Film zog da eine schwarze Front auf und der Himmel war wirklich komplett dunkel. Also habe ich schnell die Sachen zusammengepackt und runtergebracht, Christine hat das restliche Fleisch auf den Grill gelegt und als ich wieder nach oben kam (alles in allem vielleicht nach fuenf Minuten) sah ich nur den ersten Schirm Richtung Christine fliegen, inklusive dem Tisch unten dran. Dieser ist dann natuerlich auch in der Mitte durchgebrochen, wir haben nur schnell der Rettungs-Schwimmerin geholfen die Sachen in Sicherheit zu bringen und uns dann unser Fleisch geschnappt. Mein Broetchen, was zum toasten da drauf lag, hat sich dann mal direkt selbststaendig gemacht und ist im hohen Bogen davon geflogen, den Rest haben wir aber sicher nach unten gebracht und haben unser Barbeque dann in der Wohnung fortgesetzt. Ging aber auch….. draussen hat es ueber eine Stunde lang richtig doll gewittert, aber das sollte uns ja nun egal sein. Nur meinem armen Broetchen ging es bestimmt schlecht ;-)

Am Sonntag sind wir zur offiziellen Memorial Day Parade gegangen. Die erste Stunde war es ganz nett anzuschauen, dann wiederholte sich aber das Meiste und die Leute wurden auch nicht mehr juenger ;-) Vorne sind halt Leute gelaufen, die in den Uniformen und Kostuemen der fruehen Kriege waren, also Buergerkrieg und so weiter, ab dem ersten Weltkrieg wurde es dann ein wenig mau. Irgendwelche Generaele, die sie wahrscheinlich jedes Jahr ausbuddeln, wurden auf oder in Autos gesetzt und dann herum gefahren, bei manchen hatte man den Eindruck sie wissen gar nicht wie ihnen geschieht. Trotzdem musste Christine einmal die Beine in die Hand nehmen, denn jemand fuhr an uns vorbei, den sie zuerst nicht erkannt hat (war auch schwer bei Muetze und Sonnenbrille) - Gary Sinise, Schauspieler in Forrest Gump und CSI New York. Da er schon vorbei war als ich die Kamera rausgeholt hatte, musste sie dem Wagen halt hinterher rennen, und das geht gut bei den Temperaturen ;-)
Dann kamen halt Wagen mit Ueberlebenden von Pearl Harbour und so weiter… auch hier gingen wir nach einiger Zeit der Parade entgegen und kuerzten die Zeit so etwas ab, denn alles in allem dauerte es auch hier knapp ueber 2 Stunden. Von da aus ging es dann wieder nach Hause, wo wir uns einen gemuetlichen Abend gemacht haben und das erste Spiel der Eishockey Stanley Cup Finals im TV geschaut haben, in dem die Anaheim Ducks gegen Ottawa mit 3:2 gewonnen haben, nach zweimaligem Rueckstand.

Gary Sinise - bekannt als Lieutenant Dan in Forrest Gump und aus CSI New York



Einfach mal anklicken und auf das Schild achten....

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